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Steffen Becker

Die Sehnsucht eines LKW-Fahrers

In meinem Herzen gab es von Kindheit an immer einen großen Traum: Ich wollte LKW-Fahrer werden und frei sein. Da man den LKW-Führerschein erst mit 21 Jahren machen konnte, begann ich im Alter von 15 Jahren eine Ausbildung als Kfz-Mechaniker.

In dieser Zeit lernte ich ein Leben kennen, das sich von meiner christlichen Erziehung total unterschied. Ich hörte auf, in die Bibelstunde der Gemeinde zu gehen und wollte auch mit Jesus nichts mehr zu tun haben. Die christliche Erziehung meiner Eltern hatte bis dahin eine wichtige Rolle in meinem Leben gespielt; doch jetzt waren Kneipe, Alkohol, Zigaretten und das Fluchen – das ich mir angewöhnt hatte – mein Leben. Meine Eltern wollten dies nicht akzeptieren. Um ihnen klar zu machen, dass ich mit Jesus nichts mehr zu tun haben wollte, tat ich folgendes: Ich zerriss meine Bibel und legte sie in den Schrank, wo die Wäsche liegt. Als meine Eltern die Bibel fanden, war ihr Schmerz darüber natürlich groß, doch das war ja genau das, was ich beabsichtigt hatte.

Gefährliche Situationen

Endlich wurde ich 21, machte den LKW-Führerschein und suchte mir sofort eine Stelle als Fahrer. Ich erkannte jedoch ziemlich schnell, dass diese Freiheit, von der ich immer geträumt hatte, keine echte Freiheit war. Die vielen Stunden auf der Straße und der ständige Termindruck ließen mich ganz schnell an meine Grenzen kommen. Die Arbeit war einerseits schön, andererseits aber auch sehr anstrengend.

Wegen Übermüdung geriet ich manchmal in sehr gefährliche Situationen. In einer Stadt hatte ich morgens um 5 Uhr eine grüne Welle und schlief vor Müdigkeit am Steuer ein, bis ich plötzlich durch das Blitzlicht einer Überwachungskamera an einer roten Ampel geweckt wurde. Ich hatte nichts davon mitbekommen, dass ich auf eine Kreuzung mit roter Ampel zugerast war. Aus dem Bußgeldbescheid – den ich später erhielt – ging hervor, dass die Ampel bereits 18,2 Sekunden auf Rot gestanden hatte, als ich geblitzt wurde. Was hätte dort alles passieren können? Auf dem LKW waren ätzende, gefährliche Chemikalien geladen. Heute bin ich dankbar, dass es dieses Blitzgerät gab. Wenn nicht, wäre ich vielleicht schon nicht mehr hier.

Es gab andere Situationen, in denen ich gerade so eben mit dem Leben davon gekommen bin. In solchen Augenblicken stellte ich mir oft die Frage: „Wenn die Bibel recht hat und es ein Leben nach dem Tod gibt, wo werde ich dann die Ewigkeit verbringen?"

Die haben, was mir fehlt

Nach drei Jahren Fernverkehr hatte ich bereits 14 Punkte in Flensburg und viele Anzeigen gesammelt. Ich hatte tausende von Euro an Strafe gezahlt und zweimal den Lappen für vier Wochen abgeben müssen. Da ich nun so viele Punkte hatte, entschloss ich mich, in den Nahverkehr zu wechseln.

Jetzt war ich jeden Abend zu Hause und konnte abends in die Kneipe gehen. Ein Freund von mir, der mit seinem Leben völlig am Ende war, fragte mich, ob ich einmal mit ihm in einen Gottesdienst gehen wollte. Dies sah er als die letzte Chance an, um einen Sinn in seinem Leben zu finden. Ich ging mit, um ihm einen Gefallen zu tun. Als wir am Sonntagmorgen in den Gottesdienstraum kamen, erlebte ich ganz bewusst, dass diese Leute etwas hatten, was mir fehlte. Es herrschte eine Atmosphäre der Liebe und der Freundlichkeit, nach der ich mich gesehnt hatte.

Von nun an ging ich die Woche über abends in die Kneipe, aber am Sonntagmorgen – wo sonst immer Frühschoppen angesagt war – zog es mich in diesen Gottesdienst. Meine Freundin (heutige Frau) fragte mich, ob ich jetzt fromm werden wolle. Ich sagte ihr: „Kerstin, diese Leute haben etwas, das wir nicht haben." Daraufhin wurde sie neugierig und kam am Sonntag auch mit in den Gottesdienst. So besuchten wir einige Monate diese Gemeinde.

Alles wurde neu

Durch das Wort Gottes, das gepredigt wurde, erkannten wir, dass wir so, wie wir damals waren, vor Gott nicht bestehen konnten. Wir wussten, dass unser Leben bei weitem nicht seinen Maßstäben entsprach. Die Bibel aber lehrt, dass es eine Möglichkeit gibt, um vor Gott bestehen zu können. Jesus Christus sagte über sich, dass er der Weg zu Gott ist. In Johannes 14,6 drückte er es so aus: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich!"

An einem Samstagabend sprachen Kerstin und ich lange darüber. Wir entschieden uns beide, dass wir diesen Weg mit Jesus gehen wollten. Im Gebet machten wir diese Entscheidung für Jesus fest. Auch wenn ich die Worte im Einzelnen nicht mehr weiß, beteten wir in etwa so:

„Herr Jesus Christus, ich danke dir, dass du der Weg und die Wahrheit und das Leben bist. Ich habe erkannt, dass ich so, wie ich bin, vor dir nicht bestehen kann. Ich bringe dir jetzt meine ganze Schuld und bitte dich um Vergebung aller meiner Sünden. Ich nehme dich jetzt auf in mein Leben und bitte dich, dass du mich als dein Kind annimmst. Übernimm du die weitere Führung meines Lebens."

Kurz nach meiner Bekehrung ging ich noch ein paar Mal in die Kneipe, weil ich mir dabei nichts gedacht hatte. Nachdem ich aber dreimal zu viel getrunken hatte, wurde mir klar, dass dies nicht der richtige Weg für mich ist.

Ein besonderes Problem war für mich das Fluchen, das ich mir angewöhnt hatte. Nach meiner Bekehrung habe ich sehr darunter gelitten. Ich wollte frei davon werden. Dies ging aber nicht von heute auf morgen. Einige aus unserer Gemeinde haben mit mir dafür gebetet, dass ich darüber Sieg haben kann und Gott hat dieses Gebet erhört.

Ein paar Wochen nach unserer Bekehrung haben wir nach intensivem Gebet geheiratet. Gerade für diesen Weg wollte ich die Gewissheit haben, dass ich die Frau heirate, die Gott für mich vorgesehen hat. Durch einen lieben älteren Mann aus der Gemeinde hat Jesus mir eine klare Antwort gegeben.

Es gibt auch heute viele Weggabelungen, wo ich nicht wirklich weiter weiß. Aber Jesus zeigt immer zur richtigen Zeit den Weg, den ER für mich vorgesehen hat. Das ist mit Sicherheit nicht immer der Weg, den ich selbst wählen würde oder den ich verstehen kann, aber ich will auch da ganz auf Jesus vertrauen.

Heute darf ich in der Gemeinde mitarbeiten, wo ich zum Glauben gekommen bin. Viele Dinge haben sich in meinem Leben verändert. Das Schönste von allem aber ist, dass ich jetzt weiß, dass Jesus mir alle meine Schuld vergeben hat. Ich habe in meinem Herzen Frieden mit Gott und die Gewissheit, dass ich einmal bei ihm sein werde.

Er sehnt sich nach dir

Die Entscheidung, die wir damals trafen, nennt die Bibel „Bekehrung" (vgl. Apostelgeschichte 3,19). Eine Bekehrung ist die Abkehr von einem Leben ohne Jesus und eine Hinkehr zu einem Leben mit Jesus. Dies ist ein Entschluss, der im Herzen getroffen und in einem Gebet festgemacht wird. Als Antwort darauf schenkt Gott dem Menschen ein neues Leben. Die Bibel bezeichnet dieses Geschenk des neuen Lebens auch als „Wiedergeburt" (Johannes 3,3). Kerstin und ich haben erlebt, dass Jesus unser Leben neu gemacht hat.

Liebe Leserin, lieber Leser, wenn du dich auch nach einem Neuanfang in deinem Leben sehnst, dann lade ich dich ein, dich jetzt im Gebet an Jesus zu wenden. Du kannst so beten, wie ich es soeben beschrieben habe. Jesus Christus ist bei dir, auch wenn du ihn nicht siehst. Er hört dich. Er kennt dich sehr genau. Er liebt dich und sehnt sich nach dir. Er möchte, dass du zu ihm kommst. Es gibt nichts in deinem Leben, das er nicht schon wüsste und das Schönste ist: Er will dir alle deine Schuld vergeben und dir ein neues Leben schenken!

Wenn du das vorherige Gebet zu deinem Gebet gemacht hast, dann hast auch du ein neues Leben von Jesus bekommen. In geistlicher Hinsicht bist du wie ein kleines Kind, das noch wachsen muss. Wir würden uns freuen, von dir zu hören und dir gern kostenlos einige hilfreiche Schriften zuschicken, die dir Orientierung für deinen neuen Weg mit Jesus geben wollen. Für dich ist es jetzt wichtig, dass du regelmäßig in der Bibel liest und Kontakt zu anderen Christen bekommst. Gern sind wir bereit, dir dabei zu helfen, eine Gemeinde in deiner Nähe zu finden.

Steffen Becker

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